IP20, IP65, IP67, IP68 bei LED-Streifen: Welche Schutzart wofür?

IP20, IP65, IP67, IP68 – diese Kürzel entscheiden darüber, ob Ihr LED-Streifen jahrelang zuverlässig leuchtet oder nach wenigen Wochen ausfällt. Die richtige Schutzart hängt einzig davon ab, wo der Streifen verbaut wird. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was die Zahlen bedeuten, welche Schutzart in welchen Raum gehört und wo Sie sich teurere Klassen sparen können.

Der häufigste Fehler bei LED-Streifen ist nicht der Griff zu billiger Ware, sondern die falsche Schutzart für den Einsatzort. Ein günstiger Innenraum-Streifen im Bad fällt schnell aus – ein teurer Unterwasser-Streifen im trockenen Wohnzimmer ist hingegen rausgeworfenes Geld. Mit diesem Überblick treffen Sie die passende Wahl.

Was bedeutet die IP-Schutzart?

IP steht für „Ingress Protection" – also Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser. Die zwei Ziffern nach „IP" haben jeweils eine eigene Bedeutung:

  • Erste Ziffer (Schutz gegen feste Stoffe, 0–6): Sie reicht von ungeschützt bis vollständig staubdicht. Eine 6 bedeutet komplett staubdicht.
  • Zweite Ziffer (Schutz gegen Wasser, 0–9): Sie reicht von kein Schutz über Spritzwasser bis hin zu dauerhaftem Untertauchen.

Bei IP67 heißt das also: 6 = staubdicht, 7 = geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen. Je höher die Ziffern, desto robuster der Streifen – und meist auch desto geringer die Lichtausbeute, da die Schutzschicht etwas Licht schluckt.

IP20 – für trockene Innenräume

IP20 ist die Standard-Schutzart für den trockenen Innenbereich. Der Streifen ist gegen das Berühren mit den Fingern geschützt, hat aber keinen Wasserschutz. Dafür ist er am hellsten und am günstigsten, weil keine lichtschluckende Schutzschicht nötig ist.

Geeignet für: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche (außerhalb der Spritzwasserzone), Flur, Möbel, Vitrinen, Treppen im Innenbereich. Überall dort, wo keine Feuchtigkeit hinkommt, ist IP20 die richtige und wirtschaftlichste Wahl. Eine Auswahl finden Sie in unserem Sortiment an LED-Streifen.

IP65 – spritzwassergeschützt

IP65 bedeutet: staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus allen Richtungen. Der Streifen hat eine Silikon-Beschichtung auf der Oberseite, die Spritzwasser abhält. Rückseite und Kontakte sind allerdings nur teilweise versiegelt – für dauerhafte Nässe ist diese Klasse nicht gedacht.

Geeignet für: Badezimmer außerhalb der direkten Spritzwasserzone, Spiegelbeleuchtung, überdachte Außenbereiche mit gelegentlichem Spritzwasser, Küchen mit Wasserkontakt.

IP67 – kurzzeitig wasserdicht

IP67 geht einen Schritt weiter: Der Streifen ist allseitig in Silikon eingegossen (Vollverguss) und übersteht kurzzeitiges Eintauchen bis 1 m Tiefe für maximal 30 Minuten. Damit ist er staubdicht und dauerhaft gegen Spritzwasser und Feuchtigkeit geschützt.

Geeignet für: Badezimmer-Spritzwasserzone rund um Dusche und Wanne, Saunavorraum, überdachte Außenbereiche wie Terrasse, Balkon oder Carport, feuchte Werkstätten und Pool-Umrandungen außerhalb des Wassers.

IP68 – dauerhaft unterwassertauglich

IP68 ist die höchste relevante Schutzart und als einzige für den dauerhaften Unterwasserbetrieb konstruiert. Eine besonders dicke, verstärkte Silikon-Ummantelung hält permanentem Wasserdruck stand. Das ist der entscheidende Unterschied zu IP67, das nur kurzes Eintauchen verträgt.

Geeignet für: Pool und Schwimmbecken (dauerhaft unter Wasser), Garten- und Zierteiche, Brunnen, Wasserspiele und Whirlpools. Wichtig: Unterwasser-Elektrik unterliegt strengen Sicherheitsnormen und gehört in fachkundige Hände. Passende wasserfeste Streifen finden Sie unter wasserdichte LED-Streifen.

Alle Schutzarten im Vergleich

Schutzart Wasserschutz Einsatzort
IP20 Kein Wasserschutz Trockene Innenräume
IP65 Strahlwasser Bad (außerhalb Spritzzone), überdacht außen
IP67 Kurzzeitiges Eintauchen Bad-Spritzzone, Außenbereich, Werkstatt
IP68 Dauerhaftes Untertauchen Pool, Teich, Brunnen, Whirlpool

Welche Schutzart für welchen Raum?

Statt allgemeiner Klassen hier die konkrete Empfehlung für typische Einsatzorte:

  • Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur: IP20 genügt vollständig.
  • Küche (Arbeitsplatte, Hängeschrank): IP20, im direkten Spritzwasserbereich am Spülbecken eher IP65.
  • Badezimmer: Außerhalb der Spritzzone IP65, in der Spritzzone rund um Dusche und Wanne IP67. Details dazu im Beitrag Welche IP-Schutzart brauche ich im Badezimmer.
  • Überdachter Außenbereich (Terrasse, Carport): IP65 oder IP67.
  • Ungeschützter Außenbereich, feuchte Werkstatt: IP67.
  • Pool, Teich, Brunnen (unter Wasser): Zwingend IP68.

Der häufigste Fehler: über- oder unterschätzt

Ehrlich gesagt geht es in beide Richtungen schief. Manche kaufen aus Vorsicht einen IP67-Streifen fürs trockene Wohnzimmer – und zahlen für Wasserschutz, den sie nie nutzen, bei gleichzeitig geringerer Helligkeit. Andere sparen am falschen Ende und verbauen einen IP20-Streifen im Bad, der dann vorzeitig ausfällt.

Unsere Empfehlung ist klar: Wählen Sie die Schutzart genau passend zum Einsatzort – nicht höher und nicht niedriger. Im trockenen Innenraum ist IP20 die hellste und wirtschaftlichste Wahl. Erst wo Feuchtigkeit ins Spiel kommt, lohnt der Aufpreis für höhere Schutzklassen.

Was Sie bei wasserdichten Streifen zusätzlich beachten müssen

Bei IP65, IP67 und IP68 gibt es zwei wichtige Punkte, die oft übersehen werden:

Schnittstellen neu versiegeln: Sobald Sie einen wasserdichten Streifen kürzen, ist die offene Schnittstelle nicht mehr dicht. Sie muss mit Silikon-Vergussmasse oder speziellen Endkappen wieder versiegelt werden – sonst dringt genau dort Feuchtigkeit ein.

Die ganze Installation zählt: Ein wasserdichter Streifen nützt wenig, wenn Netzteil oder Verbindungen im Feuchtbereich ungeschützt sitzen. Achten Sie darauf, dass auch diese Komponenten zur Umgebung passen – das Netzteil gehört idealerweise in den trockenen Bereich.

Außerdem ist die Streifenbreite zu beachten: Wegen der Silikonschicht sind wasserdichte Streifen breiter als IP20-Varianten (oft 10,5 bis 12,5 mm statt 8 mm) und benötigen entsprechend breitere Profile.

Häufige Fragen

Was bedeuten die zwei Ziffern bei IP?
Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen feste Stoffe (bis 6 = staubdicht), die zweite für den Schutz gegen Wasser (von 0 = kein Schutz bis 8 = dauerhaftes Untertauchen). IP67 heißt also staubdicht und geschützt gegen kurzzeitiges Eintauchen.

Ist ein höherer IP-Wert immer besser?
Nein. Ein höherer Wert bedeutet mehr Schutz, aber auch etwas geringere Helligkeit und höheren Preis. Für trockene Innenräume ist IP20 die beste Wahl – höhere Klassen wären überdimensioniert.

Was ist der Unterschied zwischen IP65 und IP67?
IP65 ist gegen Strahlwasser geschützt, aber nicht vollständig versiegelt. IP67 ist allseitig in Silikon eingegossen und übersteht kurzzeitiges Eintauchen. Für die Bad-Spritzzone oder feuchte Bereiche ist IP67 die sicherere Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen IP67 und IP68?
IP67 verträgt nur kurzzeitiges Eintauchen (max. 30 Min, 1 m). IP68 ist für den dauerhaften Unterwasserbetrieb konstruiert. Nur IP68 darf dauerhaft im Pool oder Teich verbaut bleiben.

Kann ich einen IP20-Streifen im Bad verwenden?
Nur außerhalb jeglicher Feuchtigkeit, etwa weit entfernt von Dusche und Waschbecken. In der Spritzwasserzone ist IP67 erforderlich, sonst fällt der Streifen vorzeitig aus.

Warum sind wasserdichte Streifen weniger hell?
Die Silikon-Schutzschicht absorbiert und streut einen Teil des Lichts. Ein IP67- oder IP68-Streifen erreicht daher eine etwas geringere Lichtausbeute als ein vergleichbarer IP20-Streifen – ein bewusster Kompromiss für die Wasserdichtheit.

Verliert der Streifen seinen Schutz, wenn ich ihn kürze?
An der Schnittstelle ja. Sie müssen die offene Stelle mit Silikon-Vergussmasse oder Endkappen neu versiegeln, sonst dringt dort Feuchtigkeit ein.

Gibt es noch höhere Schutzarten als IP68?
Für besondere Industrieanwendungen existiert IP69K (Schutz gegen Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung). Für typische Wohn-, Außen- und Poolanwendungen ist IP68 die höchste praktisch relevante Schutzart.

Fazit: Die richtige Schutzart in einem Satz

Die Faustregel ist einfach: IP20 für trocken, IP65 für spritzwassergeschützt, IP67 für nass und außen, IP68 für unter Wasser. Wählen Sie die Schutzart genau passend zum Einsatzort – nicht höher aus übertriebener Vorsicht, nicht niedriger aus falscher Sparsamkeit.

Wenn Sie unsicher sind, welche Schutzart Ihr konkretes Projekt braucht, beraten wir Sie gern. Die richtige Wahl spart Ihnen Geld und Ärger – und sorgt dafür, dass Ihr Streifen jahrelang zuverlässig leuchtet.