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Lichtfuge im Bad: LED-Streifen in die Fliesen integrieren

Eine Lichtfuge ist eine Lichtlinie, die zur Fliesenfläche gehört statt darauf zu sitzen. Kein sichtbares Profil, keine aufgesetzte Leuchte – nur eine leuchtende Fuge. Der Effekt ist unaufdringlich und wirkt hochwertig. Er hat aber eine harte Bedingung: Sie müssen ihn planen, bevor der Fliesenleger anfängt. Dieser Beitrag zeigt, worauf es dabei ankommt.
Wie eine Lichtfuge aufgebaut ist
Ein Fliesenprofil ist ein schmales Aluminiumprofil, das anstelle einer Fuge zwischen zwei Fliesen eingesetzt wird. Es wird mit dem Fliesenkleber eingebettet und schließt bündig mit der Oberfläche ab. Innen liegt der LED-Streifen, davor die Abdeckung.
Von außen sehen Sie nur eine Linie in der Wand, die leuchtet. Das ist der Unterschied zu einem aufgesetzten Profil, das immer als Bauteil erkennbar bleibt.
Wo eine Lichtfuge sinnvoll ist
- Waagerecht im Fliesenspiegel hinter dem Waschtisch, etwa auf Höhe der Armatur. Erzeugt weiches Licht auf der Ablage und wirkt wie ein Lichtband in der Wand.
- Senkrecht in der Dusche, in einer Ecke oder neben der Armatur. Die Ecke wird zur Lichtquelle, ohne dass eine Leuchte im Nassbereich hängt.
- Umlaufend in der Duschnische, in der die Shampooflaschen stehen. Die Nische ist ohnehin ein Blickpunkt, und Licht dort wirkt wie in einem Hotelbad.
- Waagerecht am Sockel, knapp über dem Boden. Dient nachts als Orientierungslicht und lässt den Raum breiter wirken.
Für die Ecke gibt es eigene Profile mit 45-Grad-Abstrahlung, die das Licht aus der Kante heraus in den Raum schicken statt an die gegenüberliegende Wand.
Die vier Punkte, die vorher feststehen müssen
Hier entscheidet sich, ob das Projekt gelingt. Alle vier lassen sich nach dem Fliesen nicht mehr korrigieren:
- Die Position. Auf den Zentimeter genau festlegen, am besten mit Klebeband an der Rohwand markieren. Die Fuge liegt zwischen zwei Fliesenreihen – der Fliesenleger muss sein Fugenbild danach ausrichten.
- Der Kabelaustritt. Der wichtigste Punkt und der am häufigsten vergessene. An einem Ende der Lichtfuge muss ein Leerrohr in der Wand enden, durch das später das Kabel läuft. Fehlt es, sitzt der Streifen hinter der Fliese ohne Anschluss.
- Die Abdichtung. Im Nassbereich liegt hinter den Fliesen eine Verbundabdichtung. Ein Profil durchdringt diese Ebene – der Fliesenleger muss die Abdichtung fachgerecht daran heranführen. Sprechen Sie das ausdrücklich an, bevor die Arbeit beginnt.
- Die Profillänge. Profile in der benötigten Länge und passenden Farbe müssen auf der Baustelle liegen, wenn gefliest wird. Nachliefern kostet Bautage.
Welches Profil passt
Die Auswahl richtet sich nach der Streifenbreite und der gewünschten Lichtrichtung:
| Profil | Für Streifen bis | Einsatz |
|---|---|---|
| Neapel | 10 mm | Sehr schmale Fuge, unauffälligste Variante |
| Palermo | 16 mm | Standardfuge zwischen zwei Fliesen |
| Catania | 16 mm | Direkt strahlend an der Fliesenkante |
| Verona | 15 mm | Eckvariante für die leuchtende Raumecke |
Bei der Abdeckung nehmen Sie opal. Eine Lichtfuge sitzt im direkten Blickfeld, und eine transparente Abdeckung zeigt jede einzelne LED als Punkt.
Der richtige Streifen
Drei Anforderungen:
- COB-Bauweise. Bei einer Fuge im Blickfeld ist eine durchgehende Linie Pflicht. Einzelne Punkte zerstören den Effekt sofort. Auswahl unter COB LED-Streifen.
- Passende Schutzart. In der Dusche und im direkten Spritzbereich gehört ein wasserdichter Streifen hinein, auch wenn er hinter der Abdeckung sitzt. Außerhalb des Nassbereichs genügt IP20. Details in „IP20, IP65, IP67, IP68 bei LED-Streifen".
- Moderate Helligkeit. 6 bis 10 W pro Meter reichen. Eine Lichtfuge ist Stimmungslicht, kein Arbeitslicht – sie ersetzt weder Deckenlicht noch Spiegelbeleuchtung.
Zur Lichtfarbe: 2700 bis 3000 K wirken im Bad wohnlich. Wenn die Fuge auch tagsüber Licht liefern soll, sind 3000 K der bessere Kompromiss.
Netzteil und Anschluss
Das Netzteil gehört außerhalb des Nassbereichs – typischerweise im Unterschrank des Waschtischs, in einem Nachbarraum oder in einer Revisionsöffnung. Es darf nie hinter Fliesen unzugänglich eingebaut werden, denn es ist das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer im System.
Wenn es sich nicht vermeiden lässt, das Gerät im feuchten Bereich zu platzieren, nehmen Sie ein IP67-Netzteil.
Die Netzteilgröße: Watt pro Meter × Länge × 1,2. Eine 1,80 m lange Fuge mit 8 W/m ergibt 14,4 W, also ein 20-W-Gerät.
Zur Sicherheit: Der feste Anschluss an 230 V im Bad gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Häufige Fragen
Kann ich eine Lichtfuge nachträglich einbauen?
Nein. Das Fliesenprofil wird beim Verfliesen in die Fuge eingesetzt und mit Kleber eingebettet. Nachträglich müssten Fliesen geöffnet werden.
Was muss vor dem Fliesen feststehen?
Vier Dinge: die genaue Position der Fuge, ein Leerrohr für den Kabelaustritt, die fachgerechte Anbindung der Verbundabdichtung und die passenden Profile in ausreichender Länge auf der Baustelle.
Welche Schutzart braucht der LED-Streifen in der Dusche?
In der Dusche und im direkten Spritzbereich einen wasserdichten Streifen mit IP65 oder höher, auch wenn er hinter der Abdeckung liegt. Außerhalb des Nassbereichs genügt IP20.
Wie hell sollte eine Lichtfuge sein?
6 bis 10 Watt pro Meter. Sie ist Stimmungslicht und ersetzt weder das Deckenlicht noch die Beleuchtung am Spiegel.
Wohin kommt das Netzteil?
Außerhalb des Nassbereichs und zugänglich – etwa in den Waschtischunterschrank oder eine Revisionsöffnung. Es darf nie unzugänglich hinter Fliesen verbaut werden.
Kann ich den LED-Streifen später tauschen?
Ja, wenn die Abdeckung abnehmbar bleibt und ein Leerrohr vorhanden ist. Das Profil selbst bleibt fest verbaut, Streifen und Abdeckung sind Verschleilßteile und zugänglich.
Sie planen ein Bad und wollen die Lichtfuge richtig vorbereiten? Schreiben Sie uns die Maße und schicken Sie den Grundriss – wir sagen Ihnen, welches Profil passt und was der Fliesenleger vorher wissen muss. Den Überblick gibt der Ratgeber „Bad beleuchten", zum Spiegellicht „Badspiegel beleuchten".
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